Gefährlich ähnlich

Der Kriminalroman „Totengleich“ von Tana French

Ähnlichkeit

(Bildrechte: © bagal / pixelio.de)

„Totengleich“ (im Original ‚The Likeness‘) ist der zweite von bisher vier Kriminalromanen der Dubliner Autorin Tana French. Protagonistin und Erzählerin des Romans ist die junge Polizistin Cassie Maddox, die bereits im ersten Tana-French-Roman „Grabesgrün“ die nach dem dort männlichen Ich-Erzähler zweitwichtigste Figur ist. Damit ist auch bereits das Muster der Tana-French-Krimi-Reihe um die Dubliner Kriminalpolizei vorgezeichnet. Es gibt in jedem Roman einen anderen Ich-Erzähler, jeweils ein Dubliner Polizeiermittler, der sich in der Aufklärung seines Falls an einem Kollegen reibt. Und dieser Kollege wird dann zur ich-erzählenden Hauptfigur des nächsten Romans. Weiterlesen

Im Schoß der Gewalt

„Waisen“ am Theater Oberhausen

Ein Ehepaar, Danny und Helen, beim häuslichen Dinner wird aufgesucht vom Bruder der Frau, Liam. Liams Hemd ist blutverschmiert. Das ist das Setting des Drei-Personen-Stücks „Waisen“ des englischen Dramatikers Dennis Kelly. Liam erzählt Danny und Helen, wie das Blut an sein Hemd gekommen ist. Etwas stimmt nicht an Liams Erzählung, er variiert seine Erzählung und trägt damit etwas in das Haus von Danny und Helen, das diese lieber draußen halten wollten: die Erfahrung der Gewalt. Danny und Helen müssen eine Entscheidung treffen. Weiterlesen

Manfred Sarrazin

Er war einer der Pioniere des Krimi-Spezialbuchhandels. Lange bevor der große Krimiboom Ende der 1990er Jahre über unser Land zog, eröffnete er 1990 in Köln zusammen mit seiner Ehefrau einen Buchladen, der ausschließlich Krimiware anbot. Dreimal zog er mit seiner Krimibuchhandlung Alibi in den 22 Jahren ihres Bestehens um, seine Stammkundschaft zog immer mit. Zuletzt betrieb er sein Krimigeschäft in der Limburger Straße, inmitten des „Belgischen Viertels“ von Köln.

Wohnwagen

(Photo: suziesparkle – Lizenz: CC BY-NC-SA 2.0 – s/w coloriert)

Weiterlesen

„Ding Dong! The Witch Is Dead“

In Großbritannien wird der Tod von Margaret Thatcher gefeiert

Letzten Montag ist Margaret Thatcher gestorben. Eine Politikerin, die in ihrer Regierungszeit als Premierministerin Großbritannien politisch und vor allem sozial gespalten hat, wie kein Politiker zuvor. Die Eiserne Lady, wie sie sowohl von ihren Anhängern als auch von ihren Gegnern genannt wurde, hat durch ihre extrem monetaristische Wirtschaftspolitik, durch ihre weitgehende Zerschlagung des britischen Sozialsystems und durch das knallharte Zurückdrängen gewerkschaftlicher Gegenmacht große Teile der britischen Bevölkerung in die Armut getrieben und damit auch jede Menge Hass auf sich gezogen.

Margaret Thatcher

(Photo: Chris Collins [Margaret Thatcher Foundation] – Lizenz: CC BY-SA 3.0)

Weiterlesen

Matula geht in Rente

Diese vielen Kommissare in den deutschen Fernsehkrimis, sie werden immer mehr und immer gleicher. Da ist er die wohltuende Ausnahme: der Privatdetektiv Josef Matula, der an der Seite von wechselnden Anwälten seit nunmehr 32 Jahren in Frankfurt am Main die unschuldig Verdächtigen aus dem Knast raushaut. Die Rockband Superpunk hat dieses im Lied „Matula, hau mich raus“ besungen.

Besucherstatistik 2012

(Bildrechte: © TiM Caspary / pixelio.de)

Weiterlesen

Zum Tode von Dieter Pfaff

Er war einer der ganz wenigen großen Autoren-Schauspieler, die wir hierzulande hatten. Er war dick, spielte aber nicht den komischen Dicken, sondern den sensitiven und sensiblen Dicken – mit der ganzen Wucht seines voluminösen Körpers. Sein Kommissar Sperling und sein Psychotherapeut Bloch gehörten zu den interessantesten Figuren im deutschen TV.

Und, was nur wenige wissen, er war auch ein ziemlich guter Sänger. Seine Interpretation von Johnny Cashs „Ring of Fire“ kann sich sehen und hören lassen:

Dieter Pfaff singt und spielt „Ring of Fire“ von Johnny Cash in „Inas Nacht“ (Eingebettetes YouTube-Video)

Ist Jakob Augstein ein Antisemit?

Jakob Augstein, der Herausgeber der linken Wochenzeitung der Freitag und Spiegel-Online-Kolumnist, ist in den Fokus einer Antisemitismus-Debatte geraten. Dort hineingestellt hat ihn zunächst der Journalist Henryk M. Broder.

Jakob Augstein (2010)

Jakob Augstein (Photo: Thomas Rodenbücher (xtranews.de) – Lizenz: CC BY 2.0)

Broder setzte sich im September letzten Jahres in seinem Blog Die Achse des Guten mit einer Spiegel-Online-Kolumne von Augstein auseinander. Weiterlesen

Träume werden wahr – oder doch nicht?

Schorsch Kameruns „Alle im Wunderland“ am Theater Oberhausen

Schorsch Kamerun inszeniert seine Adaption von Lewis Carrolls Kinderbuchklassiker „Alice im Wunderland“ am Theater Oberhausen sehr kurzweilig. Prall gefüllt ist die Bühne: mit vier glänzend aufgelegten Schauspielern aus dem Oberhausener Ensemble, mit vier nett anzuschauenden Tänzerinnen, mit drei befreit aufspielenden Musikern und mit zwanzig authentisch agierenden Normalbürgern.

Schorsch Kamerun

Schorsch Kamerun (Bild: Roger Weil – Lizenz: CC BY-SA 3.0)

Weiterlesen

Jakob Arjouni

Jakob Arjouni (2006)

(Photo: Hans Weingartz – Lizenz: CC BY-SA 2.0 DE)
(Photo beschnitten und s/w coloriert)

Die Nachricht darüber, dass Jakob Arjouni nicht mehr lebt, dass er mit 48 Jahren dahingerafft wurde vom Krebs, das Wissen darum, dass es keine weiteren Kayankaya-Romane geben wird, das macht einen ziemlich traurig. Weiterlesen

Politische Theorie im Kino

Der Film „Hannah Arendt – Ihr Denken veränderte die Welt“ von Margarethe von Trotta

Hannah Arendt, eine der großen Politikdenkerinnen des 20. Jahrhunderts, ist die Heldin in Margarethe von Trottas neuestem Film. Und Margarethe von Trotta traut sich was. Einen Kinofilm zu drehen – nein, nicht über das Leben von Hannah Arendt – sondern über die politische Theorie von Hannah Arendt, das ist zumindest wirtschaftlich mehr als mutig.

Filmpremiere am 08.01.2013 in Essen

Axel Milberg, Margarethe von Trotta, Barbara Sukowa, Michael Degen und Victoria Trauttmansdorff bei der Filmpremiere am 08.01.2013 in der Lichtburg in Essen
(Photo: Roger Weil – Lizenz: CC BY-SA 3.0)

Weiterlesen