Düsterer Ausblick

Der Film „Liebe“ von Michael Haneke

Wenn man nach dem Sehen dieses Films das Kino verlässt, dann kann man erst mal nicht sprechen. Zu stark wirkt das nach, was man in den vergangenen zwei Stunden erlebt hat.  Der Film heißt „Liebe“, aber er handelt vom Sterben.

Liebe

Kein Bild aus dem Film (Photo: Friedrich Böhringer – Lizenz: CC BY-SA 2.5)

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Am Niveau gespart

„Der Sparkommissar“ am Theater Oberhausen

Ach, was wollten wir das Theater Oberhausen loben. Dafür, dass sich dieses eher mittelgroße Stadttheater in den letzten Jahren, seit dem Intendanz-Antritt von Peter Carp im Jahr 2008, zur herausragenden Bühne des Ruhrgebiets entwickelt hat. Wir wollten die aufregenden Inszenierungen der letzten Jahre preisen: das spannende Gegenwartstheater von Peter Carp, die grell-komischen Tragödien des Regiestars Herbert Fritsch, die eigenwilligen Klassiker-Interpretationen des jungen Sarantos Zervoulakos, die hinreißenden Rock-Shows des Musikers Otto Beatus.

Theater Oberhausen

Theater Oberhausen (Photo: Roger Weil – Lizenz: CC BY-SA 3.0)

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Ein Buch, das gefällt

Der Kriminalroman „Blutsommer“ von Rainer Löffler

Der beliebte Serienkillerkrimi geht so: Der Mörder hatte eine schwere Kindheit, die ihn zu einem verrückten Sadisten hat werden lassen, und nun mordet er sich durch die Gegend. Die Morde zeichnen sich durch eine nie dagewesene Brutalität aus, der Mörder setzt seine Opfer fürchterlichen Qualen aus und hinterlässt bizarre Tatorte.

Rainer Löffler lässt viel Blut fließen.

Rainer Löffler lässt viel Blut fließen. (Bildrechte: © Gerd Altmann / pixelio.de)

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Familienaufstellung

Der Film „Was bleibt“ von Hans-Christian Schmid

Eine Familienzusammenkunft in einem Bungalow am Mittelrhein. Die Verlegergattin Gitte Heidtmann (Corinna Harfouch) hat ihre beiden erwachsenen Söhne, den Schriftsteller Marco (Lars Eidinger) und den Zahnarzt Jakob (Sebastian Zimmler) inklusive deren Partnerinnen fürs Wochenende eingeladen, sie möchte etwas Wichtiges verkünden. Das ist das Setting des Films „Was bleibt“ von Regisseur Hans-Christian Schmid und Drehbuchautor Bernd Lange.

Lars Eidinger und Corinna Harfouch bei der NRW-Filmpremiere in Essen

Lars Eidinger und Corinna Harfouch bei der NRW-Premiere des Films in Essen
(Photo: Roger Weil – Lizenz: CC BY-SA 3.0)

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Wir müssen über Tilda Swinton reden

Der Film „We Need to Talk About Kevin“ von Lynne Ramsay

Tilda Swinton spielt die Reisejournalistin und Mutter Eva Khatchadourian, die sich bemüht, es aber nicht schafft, ihren Sohn zu lieben.

Tilda Swinton als Kevins Mutter

Tilda Swinton als Kevins Mutter (© Fugu Filmverleih)

Der Zuschauer erfährt schon zu Beginn, dass ein Verbrechen passiert ist. Evas jugendlicher Sohn Kevin ist inhaftiert, auch Eva war angeklagt. Eva wird von ihrer Umgebung angefeindet: sie wird auf der Straße geohrfeigt, ihr Haus wird mit roter Farbe beschmiert. Weiterlesen

Ein einfaches Wahlrecht muss her!

Jetzt hat also das Bundesverfassungsgericht die Wahlgesetzgebung der schwarz-gelben Bundesregierung einkassiert. Das ist gut so.

Der Bundestag hatte ein neues Wahlrecht schaffen müssen, weil bereits das alte nicht verfassungsgemäß war. In einem Urteil von 2008 hatte das Verfassungsgericht dem Gesetzgeber ein neues Bundestagswahlrecht auferlegt, weil in bei den Bundestagswahlen das Phänomen eines negativen Stimmgewichts auftauchte; das bedeutet, eine Partei kann in bestimmten Konstellationen mehr Sitze im Bundestag erringen, wenn sie in einem Bundesland mit vielen gewonnen Direktmandaten weniger Zweitstimmen bekommt. Das Verfassungsgericht hatte bemängelt, dass dadurch eine Verfälschung des Wählerwillens stattfindet. Weiterlesen

Tödliche Tristesse

Der Film „Small Town Murder Songs“ von Ed Gass-Donnelly

Sheriff Walter Ruden aus einem kleinen Kaff in der kanadischen Provinz Ontario hat keine leichte Zeit hinter sich. Er wurde aufgrund eines Gewaltausbruchs im Dienst vom selbigen suspendiert, seine junge attraktive Frau Rita hat ihn verlassen. Nun versucht er einen Neuanfang. Er darf zurück auf seinen Sheriff-Posten, hat eine neue Beziehung zur Serviererin Sam und findet seelsorgerischen Beistand bei dem Pfarrer seiner Mennonitengemeinde.

Peter Stormare als Walter Ruden

Peter Stormare als Walter Ruden (© Cine Global Filmverleih)

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Ein Demokratielehrer

Erinnerung an Michael Th. Greven in Marburg

Die erste Begegnung mit ihm war unvergesslich. Sommer 1984 an der Marburger Uni in einem der Türme der Philosophischen Fakultät (kurz: Phil-Fak). Professor Michael Th. Greven hatte eingeladen zu einer Vorbesprechung eines Seminars der Politischen Soziologie im kommenden Wintersemester. Es war eine übliche Veranstaltung, in der der Dozent einen Überblick über die zu lesende Literatur gab und auch schon erste Referatsthemen vergeben wurden. Es war ein heißer Juli-Nachmittag, die Luft in dem Raum im 5. Stock war stickig und fünfzehn Studenten (so hießen die damals, die Sprachverhunzung „Studierende“ gab es noch nicht), also fünfzehn Studenten harrten der Dinge, darunter auch der Verfasser dieses Textes. Weiterlesen

Neues vom Spott

Das Fußball-Buch „Der Pott ist dahoam!“ von Thomas Roth

Mai 2012: der FC Bayern München gewinnt nach einem begeisternden 5:0-Erfolg gegen den FC Chelsea im „Finale dahoam“ zum fünften Mal die Champions-League. Diesen größten Erfolg des FC Bayern nimmt der Sport-Journalist Thomas Roth zum Anlass für einen reich bebilderten Rückblick auf vierzig Europapokal-Highlights aus deutscher und österreichischer Sicht. Erleben Sie noch einmal den 4:1-Sieg von Tasmania Berlin gegen Real Madrid im allerersten Europapokalfinale kurz nach dem Krieg, Weiterlesen

Dark Wave meets Bauordnungsamt

Der Roman „Requiem für Pac-Man“ von Klaus Märkert

Klaus Märkert hat seinen Herzinfarkt aus dem Roman „Hab Sonne“ überlebt. Und wir dürfen in seinem neuen autobiographischen Werk teilhaben an seinem Leben nach dem Infarkt. Ein Leben mit seltsamen Erfahrungen in einer Reha-Maßnahme in der norddeutschen Provinz, ein Leben im Kampf für einen eigenen Dark-Wave-Club im Ruhrgebiet (den er letztlich gegen den übermächtigen Gegner Bauordnungsamt verliert) und ein Leben im unermüdlichen Einsatz gegen schlechten Musikgeschmack. Weiterlesen