Tödliche Tristesse

Der Film „Small Town Murder Songs“ von Ed Gass-Donnelly

Sheriff Walter Ruden aus einem kleinen Kaff in der kanadischen Provinz Ontario hat keine leichte Zeit hinter sich. Er wurde aufgrund eines Gewaltausbruchs im Dienst vom selbigen suspendiert, seine junge attraktive Frau Rita hat ihn verlassen. Nun versucht er einen Neuanfang. Er darf zurück auf seinen Sheriff-Posten, hat eine neue Beziehung zur Serviererin Sam und findet seelsorgerischen Beistand bei dem Pfarrer seiner Mennonitengemeinde.

Peter Stormare als Walter Ruden

Peter Stormare als Walter Ruden (© Cine Global Filmverleih)

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Ein Demokratielehrer

Erinnerung an Michael Th. Greven in Marburg

Die erste Begegnung mit ihm war unvergesslich. Sommer 1984 an der Marburger Uni in einem der Türme der Philosophischen Fakultät (kurz: Phil-Fak). Professor Michael Th. Greven hatte eingeladen zu einer Vorbesprechung eines Seminars der Politischen Soziologie im kommenden Wintersemester. Es war eine übliche Veranstaltung, in der der Dozent einen Überblick über die zu lesende Literatur gab und auch schon erste Referatsthemen vergeben wurden. Es war ein heißer Juli-Nachmittag, die Luft in dem Raum im 5. Stock war stickig und fünfzehn Studenten (so hießen die damals, die Sprachverhunzung „Studierende“ gab es noch nicht), also fünfzehn Studenten harrten der Dinge, darunter auch der Verfasser dieses Textes. Weiterlesen

Neues vom Spott

Das Fußball-Buch „Der Pott ist dahoam!“ von Thomas Roth

Mai 2012: der FC Bayern München gewinnt nach einem begeisternden 5:0-Erfolg gegen den FC Chelsea im „Finale dahoam“ zum fünften Mal die Champions-League. Diesen größten Erfolg des FC Bayern nimmt der Sport-Journalist Thomas Roth zum Anlass für einen reich bebilderten Rückblick auf vierzig Europapokal-Highlights aus deutscher und österreichischer Sicht. Erleben Sie noch einmal den 4:1-Sieg von Tasmania Berlin gegen Real Madrid im allerersten Europapokalfinale kurz nach dem Krieg, Weiterlesen

Dark Wave meets Bauordnungsamt

Der Roman „Requiem für Pac-Man“ von Klaus Märkert

Klaus Märkert hat seinen Herzinfarkt aus dem Roman „Hab Sonne“ überlebt. Und wir dürfen in seinem neuen autobiographischen Werk teilhaben an seinem Leben nach dem Infarkt. Ein Leben mit seltsamen Erfahrungen in einer Reha-Maßnahme in der norddeutschen Provinz, ein Leben im Kampf für einen eigenen Dark-Wave-Club im Ruhrgebiet (den er letztlich gegen den übermächtigen Gegner Bauordnungsamt verliert) und ein Leben im unermüdlichen Einsatz gegen schlechten Musikgeschmack. Weiterlesen

Elmore Leonard spricht:

»Ich bin immer erstaunt, wenn ich bei jemandem zuhause bin und dort überhaupt keine Bücher sehe. Oder wenn mir jemand sagt, er lese niemals Romane, weil er einfach keine Zeit dafür habe. Dabei brauchen Sie nun wirklich keinen besonderen Ort und keine zusätzliche Zeit, um zu lesen. Sie können ein Buch überallhin mitnehmen, egal wo Sie sich gerade aufhalten, und dann finden Sie auch die Zeit, um sich von dem Buch unterhalten zu lassen oder durch das Buch etwas zu erfahren, was Sie schon immer wissen wollten. Ich kann mir gar keine Situation vorstellen, in der ich ein gutes Buch nicht dabei habe – ein Buch, bei dem ich es nicht abwarten kann, darin zu lesen.«

Zitat aus dem Bibliothekenmagazin „Books Go Everywhere“
Übersetzung: Roger Weil  (Photo: MCDarchives – Lizenz: CC BY-SA 3.0)

Zwischenfall in der Gruftie-Disco

Der Roman „Hab Sonne“ von Klaus Märkert

Der Bochumer DJ Klaus Märkert hat im Frühjahr 1989 keine Sonne im Herzen, sondern einen Infarkt. Der Infarkt ereilt ihn beim Plattenauflegen in der Disco. Im Krankenbett in der Herzklinik lässt Klaus Märkert sein bisheriges Leben Revue passieren – ein Leben in den Dark-Wave-Discos des Ruhrgebiets, in der Märkert die schwarzen Scheiben rotieren und die schwarze Szene tanzen lässt. Weiterlesen

Mann auf Rutschbahn

Der Kriminalroman „Hard Feelings“ von Jason Starr

Richard Segal hat schon bessere Zeiten erlebt. In seinem Job als IT-Verkäufer hat er seit Monaten keinen Abschluss mehr getätigt und wird von seinem Boss degradiert. Auf der Straße begegnet Richard einem Mann, dem er eigentlich nie mehr begegnen wollte, weil dieser ihn als Junge vergewaltigt hat. Weiterlesen

Ein Lehrer über Lehrer für Lehrer

Das Romänchen „Lehrerzimmer“ von Markus Orths

Was hasst der gemeine Lehrer am meisten – noch mehr als Fortbildungsveranstaltungen in den Schulferien und noch mehr als sich selbst? Es sind die Unterrichtsbesuche. Also, jene wenigen Stunden im Jahr, in der sich der Geldgeber des Lehrers einmal vergewissern möchte, was der Lehrer für dieses Geld so leistet.

Der Lehrer Markus Orths will mit seinem Textbändchen, das wohl nur jemand als Roman bezeichnen kann, der so tief im Leben steht wie ein Lehrer, dem Phänomen Unterrichtsbesuch und ähnlichen Drangsalierungen der Schulbehörde satirisch zu Leibe rücken. Weiterlesen

Tödliche Langeweile

Der Kriminalroman „Tödliche Zweifel“ von Hilary Norman

Ein Architekt heiratet eine Witwe und zieht in ihr Haus ein. Dort erwarten ihn die beiden ältesten der drei Töchter der Witwe mit Hass, denn sie wollen nicht, dass ein neuer Mann an der Seite ihrer Mutter den Platz ihres verstorbenen Vaters einnimmt. Die beiden Töchter schikanieren den armen Architekten, wo immer es geht. Die übergroße Liebe zur Witwe lässt den Architekten dieses aber ertragen. Doch schon bald stürzt die Witwe aus dem Fenster und verstirbt. Weiterlesen

Kampf um den Arbeitsplatz

Der Kriminalroman „Der Freisteller“ von Donald Westlake

„Ich habe noch nie jemanden getötet, einen Menschen umgebracht, ein Leben ausgelöscht.“ Mit diesem Satz beginnt Westlakes außergewöhnlicher Roman „Der Freisteller“. Der das sagt, ist der Produktmanager Burke Devore, der seinen Arbeitsplatz verloren hat und nun glaubt töten zu müssen.

Burke Devore ist verzweifelt. Weiterlesen