
(Bild erstellt mit ChatGPT)
Kabarett ist eine Bühnenkunst, bei der mit satirischem Wortwitz gegen die Mächtigen, gegen „Die da oben“ gewettert und gespottet wird. Die Stoßrichtung des Kabaretts war daher immer von links unten gegen rechts oben.
Da scheint sich in den letzten zehn Jahren etwas verändert zu haben. Immer mehr ehemals durchaus linke Kabarettist*innen haben ihre politische Verortung und ihre Zielscheiben neu justiert. Sie schießen jetzt von rechts außen zwar auch noch gegen „Die da oben“, aber viel stärker wenden sie sich gegen die Schwachen in der Gesellschaft und vor allem gegen die Interessens-vertreter*innen der Schwachen, die von Ihnen als „woke Gutmenschen“ verspottet und oft auch mit Hass bekübelt werden.
Beispiele für von links nach rechts gewanderte Kabarettist*innen gibt es einige. Dieter Nuhr, Lisa Fitz, Monika Gruber, Uwe Steimle, Helmut Schleich und Serdar Somuncu sind hier die Namen.
Jetzt scheint sich auch Andreas Rebers zu diesen kabarettistisch Verirrten zu gesellen. Andreas Rebers, dieser großartige Interpret der Lieder von Franz-Josef Degenhardt, verbreitet jetzt auch rechtsextremen Schwachsinn, anders kann man es nicht bezeichnen. In einem Auftritt im Video-Podcast der einschlägigen Monika Gruber sagt er allen Ernstes:
„Der deutsche Idealismus hat Europa dreimal umgepflügt: Erster Weltkrieg, Zweiter Weltkrieg und – das ist jetzt eine wahrscheinlich sehr kontrovers zu diskutierende Behauptung – 2015.“
(zitiert aus dem Videopodcast „Die Gruaberin“ vom 13.08.2026)
Mit „2015“ meint Rebers natürlich das Offenhalten der Grenzen für die aus Ungarn anreisenden Geflüchteten. Er führt dieses im Fortgang des Gesprächs mit Monika Gruber noch aus. „2015“ ist die Chiffre aller Rechtsextremen für die von Ihnnen bekämpfte angebliche Überfremdung des deutschen Volkes.
Bei Rebers ist also nicht der deutsche Imperialismus für die beiden Weltkriege verantwortlich, sondern der deutsche Idealismus, der sogleich auch die Hilfe für geflüchtete Menschen ab 2015 mitverantwortet – das dritte Umpflügen Europas neben den Weltkriegen. Die Züge nach Auschwitz in den 1940er Jahren und die Züge aus Budapest im Jahr 2015 alles der gleiche idealistische Mist?
So verblendet und dumm kann man doch nicht sein, Andreas Rebers!
Auszug aus dem Video-Podcast „Die Gruaberin“ vom 13.08.2026.
(Eingebettetes YouTube-Video)